Haus St. Josef setzt Praktikanten mit sogenannter "Zielvereinbarung" unter Druck

 

Auf immer größere Kritik stieß das Verhalten eines pädagogischen Mitarbeiters im Kinderheim Haus St. Josef in Eschweiler. Dort soll ein Berufspraktikant von einem Mitarbeiter derart unter Druck gesetzt worden sein, dass er schließlich seine Ausbildung im Eschweiler Kinderheim abbrach. Bei dem Betroffenen handelte es sich um einen 22jährigen Anerkennungsjahrespraktikanten, der am Berufskolleg Geilenkirchen die gymnasiale Oberstufe und die Fachschule für Erzieher besucht hatte.

 

Nach seinem erfolgreich bestandenem Abitur und der ersten abgelegten Berufsabschlussprüfung für Erzieher, begann er im Jahr 2010 sein Anerkennungsjahr in einer der sieben stationären Wohngruppen des Haus St. Josef in Eschweiler. 

 

In der Wohngruppe "Haus Lichtblick" führte der Praktikant mehrere Freizeitangebote durch und pflegte einen guten und nahen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen. Doch schon nach wenigen Wochen seines Anerkennungsjahres soll der Berufpraktikant von einem Erzieher mit sogenannten "Zielvereinbarungen" unter Druck gesetzt worden sein.  

 

In sogenannten "Zielvereinbarungen" wird oftmals festgehalten, welche Verbesserungen ein Arbeitnehmer im Hinblick auf seine Arbeitsleistungen in einer bestimmten Zeitspanne erreichen muss. Zielvereinbarungen werden immer wieder als Druckmittel gegen den Arbeitnehmer missbraucht und stehen deshalb in der Öffentlichkeit unter großer Kritik.

 

Der Erzieher Guido M. soll in die Vorfälle mit dem Praktikanten verwickelt gewesen sein und sich zuvor die Genehmigung zur Anwendung der Zielvereinbarungsmethode bei dem Fachbereichsleiter Robert W. eingeholt haben. Obwohl Guido M. nicht die Position des Gruppenleiters inne hatte, soll er sich trotzdem immer wieder in die Praktikantenanleitung eingemischt haben und den Berufspraktikanten schließlich zu mehr Leistung gedrängt haben. 

 

Obschon es sich um einen kompetenten und bei den Kindern sehr beliebten Anerkennungsjahrespraktikanten in der Eingewöhnungsphase handelte, schien man den jungen Mann offenbar "rausmobben" oder ihn zumindest eklatant unter Druck setzen zu wollen. 

 

Ein Vorhaben das dem Mitarbeiterstab des Eschweiler Kinderheims offenbar gelang, denn der eingeschüchterte Berufspraktikant verlor innerhalb von kürzester Zeit jegliches Vertrauen in sein Team und zog daraus klare Konsequenzen. Er kündigte seinen Arbeitsvertrag mit dem Haus St. Josef und beendete umgehend sein Anerkennungsjahr. "Er sei im Haus Lichtblick von seinen Teamkollegen in einer inadäquaten Art und Weise behadelt worden, die nicht nur gegen jede guten Sitten, sondern auch gegen das eigene ethische Leitbild der Einrichtung verstößt." 

 

Das Haus St. Josefs ist ein unter dem Leitbild Jesu geführtes Kinderheim. Der Leitsatz aus dem Konzept der Institution lautet: "Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe." Das Heim charakterisiert sich selbst als Leistungsträger in der Familien- und stationären Jugendhilfe, im teilstationären Tagesgruppenbereich und im ambulanten Bereich.

 

Auf ihrer Internetseite gibt die Heimleitung offen zu: "Wir erwarten und fördern gesamtverantwortliches Denken und Handeln. Aus diesem Grund arbeiten wir mit dem Führungsinstrument der Zielvereinbarung."

 

Ein Instrumentarium, das man offenbar auch bereit ist, missbräuchlich gegen Praktikanten oder Fachkräfte einzusetzen, um Druck auszuüben, um zu schikanieren oder gar rauszumobben?

 

 

Quellenangabe:

Internetseite: http://www.haus-st-josef-jugendhilfe.de/de/wir-ueber-uns/leitbild, 20.02.2014, 10:46Uhr).



Sie sind Besucher Nr.

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!